Flamenco lernen

Flamenco Tänzerinnen haben mich schon immer fasziniert – besonders ihre kühlen, arroganten Mienen, ihre Ausdrucksstärke – und nicht zuletzt die faszinierende, stampfende, rhytmische Fußarbeit. Der Flamenco Tanz ist ganz anders als der Bauchtanz, bei dem lächelnde Damen ihr Becken kreisen lassen. Das ist durchaus auch interessant, aber hat eher was von Verführung und Männerbelustigung. Deswegen wollte ich zuerst Flamenco ausprobieren. Über meine ersten Flamenco Anfänge möchte ich im folgenden Beitrag berichten.

Flamenco Outfit für Einsteiger

Wer Flamenco lernen möchte, braucht einen langen Rock und Schuhe mit Absatz. Die erste Ausrüstung muss nicht teuer sein. Schuhe und Flamencoröcke gibt es bereits für unter 30 € zu haben. Flamenco Schuhe sind genagelt – und machen so wirklich schön Krach – zum Leidwesen von Nachbarn und Laminat. Der Flamenco Rock sollte knöchellang sein und weit fliegen können. Wer Flamenco Tänzerinnen in Aktion gesehen hat, weiß, was ich meine. Es gibt auch Röcke mit Schleppen – diese sind für Anfänger jedoch weniger geeignet.

Die erste Flamenco Stunde

Der klassische Einstieg in den Flamenco geschieht entweder mit einer Rumba Flamenca, einem Tango Flamenco – oder mit den paarweise zu tanzenden Sevillianas, Volkstänzen aus Sevilla, bei denen es sich strenggenommen nicht um Flamenco handelt. Denn bei diesen Tänzen handelt es sich um leichte Dreiviertel- oder Vierviertel-Takte. Die schweren Flamenco Tänze wie Alegria oder Buleria haben einen Zwölf-Aktel-Takt.

Standardtänze wie Walzer oder die klassische Rumba bestehen aus fest definierten Bewegungen mit ein paar Drehungen. Fertig ist der Tanz. Beim Flamenco hingegen handelt es sich um einen Ausdruckstanz, bei dem sich die verschiedensten Schrittfolgen miteinander kombinieren lassen. Das Ergebnis für Anfänge: eine Aneinanderreihung verschiedener Schrittfolgen, die man sich alle merken muss – und zwar der Reihe nach. Dazu kommen dann die bekannten Armbewegungen, nach oben, nach unten, zur Seite, Bewegungen, die denen von züngelnden Flammen gleichen, die sich ausbreiten und Tänzer und Zuschauer zu verschlingen drohen und mich zu meiner Flamenco Kurzgeschichte „Feuertanz“ inspiriert haben.

Die Flamenco Armbewegungen

Meine erste Flamencostunde begann dementsprechend damit, die züngelnden flammenden Armbewegungen zu lernen. Dabei beschreiben die Hände kreisende Bewegungen. Die Finger werden gespreizt. Und schlielich wird der arm in eleganten Bewegungen nach oben oder unten oder zur Seite geführt. Aber nie komplett zur Seite, sondern immer vor dem Körper.

Die Flamenco Beinarbeit

Die Fußarbeit ist sicherlich das, was den besonderen Reiz des Flamenco ausmacht. Zuerst haben wir die spanischen Begriffe für die einzelnen Fußschläge gelernt. Golpe – das Aufstampfen. Tacon – das Aufstampfen mit dem Absatz. Schon hatten wir den ersten Schritt: Golpe, tacon, tacon. Ganz wichtig bei der Flamenco Beinarbeit ist es, dabei leicht in die Knie zu gehen und den Rücken gerade zu halten. Sonst drohen Rückenprobleme – es handelt sich ja nicht um alltägliche Bewegungen.

Der erste Flamenco Tanz

Im Laufe der nächsten Flamencostunden lernten wir eine einfache Choreographie auf eine Rumba Flamenca. Diese beinhaltete einige wenige Golpe-Fußschläge, etwas Gewedel mit dem Rock, viele Drehungen und den Rumba Grundschritt. Zur Inspiration hier ein Beispiel.

Flamenco lernen – Fazit

Flamenco ist ein ausdrucksstarker Tanz für starke Frauen. Doch wie immer im Leben ist es nicht leicht, diesen zu lernen. Die Bewegungen sind überaus komplex. Für vernünftige Beinarbeit muss frau lange trainieren. Wer einfach nur Spaß haben will, sollte sich mit dem Volkstanz Sevillianas beschäftigen. Hier sind die Bewegungsabläufe zwar ebenfalls komplex, aber der Aufbau ist immer gleich – und Sevillianas werden auch heute noch in Andalusien überall auf der Straße getanzt.

Weitere Informationen: Sevillianas lernen